Wahrsagen

Das Wahrsagen wird als die Begabung eines Menschen definiert, derzeitige Zustände oder künftige Ereignisse unter Zuhilfenahme von gewissen Techniken oder magischen Methoden vorherzusagen. Im Gegensatz zum Hellsehen braucht man zum Wahrsagen gewisse Gegenstände, welche die Konzentration fördern. Oft bezeichnet man das Wahrsagen auch als Mantik oder man spricht von Weissagung. Diese hat ihre Ursprünge im Altertum, als Orakel, deren Medium der Priester war, als Verkündungsorte des Götterwillens betrachtet wurden.

Auf unterschiedlichste Art wollten Menschen seit damals ergründen, was die Zukunft ihnen bringt. In vergangenen Zeiten war es üblich, die Flugbahn von Vögeln, die Eingeweide von geopferten Tieren oder scheinbar zufällige Sandfiguren zu interpretieren – ebenso wie die schon fast in Vergessenheit geratene Methode, aus Teeblättern oder Kaffeerückständen zu lesen. Heutzutage finden dagegen das Handlesen, das Pendeln oder das aus China stammende I Ging eher Anwendung.

Meistens verwenden Wahrsager in Europa aber Karten für ihre Weissagungen. Die Aufschlage- oder Divinationskarten, wie sie auch heißen, werden, nachdem sie gut durchgemischt wurden, nach bestimmten Mustern gelegt. Nur durch die daraus resultierende Anordnung können sie der Kartenlegerin oder dem Kartenleger und somit auch der fragenden Person etwas sowohl über das Hier und Jetzt als auch über die Zukunft verraten.

Die besondere Kraft, die sich aus all diesen Praktiken ableitet, hat auch viel mit einem guten Einfühlungsvermögen des Wahrsagers zu tun – mehr noch als mit allen Hilfsmitteln, die er benützt. So ist es auch seine Aufgabe, die Visionen zu interpretieren und mit seiner Deutung die passenden Ratschläge für seine Klienten zu erteilen. Dies macht ein überdurchschnittliches Ausmaß an Gewissenhaftigkeit und selbstverständlich auch langjährige Erfahrung notwendig.