Vedische Astrologie

Die indische Astrologie weist eine Tradition auf, die Jahrtausende zurückreicht. Sie trägt auch den Namen „vedische“ Astrologie, da ihr Werke wie der Brihat Parashara Hora Shastra zugrunde liegen. Veda, das Sanskrit-Wort für „Wissen“, werden die heiligen Schriften des Hinduismus genannt. In Indien hat die vedische Astrologie die Bezeichnung „Jyotisha“, das Sanskrit-Wort für „Licht“. Darunter ist das Licht zu verstehen, das sogar jenen Menschen einen Blick in die Zukunft ermöglicht, die eigentlich keine Seher sind. Die Jyotisha dient als wissenschaftliche Unterstützung der Veda.

Ähnlich wie die abendländische Astrologie, teilt auch die vedische Sterndeutung den Tierkreis in 360 Grad auf, bezieht aber nicht nur zwölf, sondern 27 Häuser ein. Im Gegensatz zur westlichen Astrologie ist statt des Sonnenstandes die Position des Mondes zur Geburtszeit dafür entscheidend, wie die Planeten ausgelöst werden.

Im Geburtshoroskop der Inder, das die Bezeichnung Kreis der Wiedergeburt bzw. des Lichts (Janma Kundali) trägt, gibt es wie im abendländischen Horoskop zwölf Sternzeichen (Rashis), aus denen sich umfangreiche Erkenntnisse über die Persönlichkeit und den späteren Lebenslauf des zu dieser Zeit an jenem Ort geborenen Menschen gewinnen lassen: Mesha bzw. Widder, Vrishabha bzw. Stier, Mithuna bzw. Zwillinge, Kataka bzw. Krebs, Simha bzw. Löwe, Kanya bzw. Jungfrau, Thula bzw. Waage, Vrishika bzw. Skorpion, Dhanus bzw. Schütze, Makara bzw. Steinbock, Kumbha bzw. Wassermann und Meena bzw. Fische.

Um eine Prognose zu erstellen, berücksichtigen vedische Astrologen wie bei abendländischen Horoskopen die Transite. Die Progressionen werden hingegen größtenteils durch ein System ersetzt, das als Maha Dasas bezeichnet wird. Wenn man Maha Dasas und Transite gleichermaßen berücksichtigt, erhält man ein überaus detailliertes Horoskop. Fügt man dann auch noch bestimmte Planetenkombinationen – so genannte Yogas – hinzu, wird das Horoskop um eine zusätzliche Ebene bereichert, für die unsere Astrologie kein Pendant kennt.

Wie die meisten astrologischen Lehren, so soll auch Jyotisha dazu beitragen, Ursachen und Tatsachen zu erkennen, Lebensumstände deutlicher zu machen und Chancen für ein besseres Leben zu ergreifen.