Tarot
Tarot
Das Tarot gehört zu den am weitesten verbreiteten zum Wahrsagen verwendeten Karten. Unbekannt sind bis dato noch immer seine Ursprünge, sodass zahlreiche verschiedene Theorien aufgestellt wurden. Belegt ist aber auf alle Fälle, dass der Gebrauch von Tarotkarten im 15. Jahrhundert in Mailand seinen Ursprung hat, damals allerdings nicht, um die Zukunft vorherzusagen, sondern einfach als klassische Spielkarten.
Der auch als „Court de Gébelin“ bekannte Antoine Court (1719-1784) verwendete dieses Kartendeck dann erstmals auch zu Divinationszwecken. Sein so genanntes Marseiller Tarot war eindeutig Vorläufer der heutigen Tarotkarten. Der unter dem Pseudonym Éliphas Lévi auftretende Alphonse Louis Constant (1810-1875) führte dessen Werk hundert Jahre später weiter. Tarotkarten hatten im 19. Jahrhundert bereits eine große Verbreitung – nicht zuletzt dank der berühmten Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand (1772-1843), die das Pseudonym „Sybille von Paris“ hatte und die Lenormandkarten kreierte. Prominente Persönlichkeiten konsultierten sie, um sich die Karten legen zu lassen – unter anderem gehörte selbst Kaiser Napoleon zu ihren Kunden.
Die Tarotkarten, wie wir sie heute kennen, wurden aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Malerin Pamela Colman Smith und vom Kartenleger Arthur Edward Waite sowie von Aleister Crowley und der Malerin Frieda Harris entworfen. Aus insgesamt 78 Karten werden die Kartendecks gebildet, bei denen man 22 Große Arkana (Trumpfkarten) und Kleine Arkana unterscheidet. Letztere sind wiederum in jeweils vier Hofkarten (also König, Königin, Ritter und Bube) und je zehn Zahlenkarten pro Symbol (Schwerter, Stäbe, Scheiben, Kelche) gegliedert.
Mit jeder Tarotkarte werden ganz konkrete Bedeutungen verbunden, die eine Eigenschaft oder ein Schicksal verkörpern. Durch die Position der verschiedenen Karten zueinander ist es dem Kartenleger gestattet, Einblicke in die Zukunft einer Person zu erhalten.