Keltische Astrologie

Beim keltischen Horoskop kann man nicht von Sternzeichen sprechen – vielmehr wird das Jahr als ein Kreis aus 21 Bäumen dargestellt: Hierbei handelt es sich um einen Apfelbaum, eine Tanne, eine Ulme, eine Zypresse, eine Pappel, eine Kiefer, eine Linde, eine Eiche, einen Ahorn, einen Ölbaum, eine Eberesche, einen Nussbaum, eine Esche, einen Feigenbaum, eine Buche, einen Zürgelbaum, eine Weide, einen Haselbaum, eine Kastanie, eine Hainbuche und eine Birke.

Ein Jahr teilt sich in diesem Horoskop in zwei Halbjahre: 17 der angeführten Bäume kommen in jedem Halbjahr einmal vor – die Eiche, die Birke, der Ölbaum und die Buche erscheinen dagegen bloß einmal im gesamten Jahr. Rechnet man sich das aus, so erkennt man, dass die Periode jedes einzelnen Baumes eine Durchschnittsdauer von rund neun bis zehn Tagen hatte.

Diese Bäume symbolisieren die unterschiedlichen Zeiten des Jahres und ihnen allen werden ganz bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften zugeschrieben: Der Apfelbaum ist etwa ein Symbol für die Liebe, der Ölbaum für die Weisheit und die Esche steht für den Ehrgeiz. Das keltische Baumhoroskop nimmt an, dass die Eigenschaften jenes Baumes, in dessen Herrschaftsphase ein Mensch das Licht der Welt erblickt – ähnlich wie ein Tierkreiszeichen – die Charaktereigenschaften des Betroffenen und sein weiteres Schicksal bestimmen werde.

Das erscheint plausibel und sorgte dafür, dass das Horoskop zu einem Liebling vieler Esoterikfreunde wurde. Die Anfänge der keltischen Astrologie waren aber lange Zeit unbekannt. Einige Esoteriker waren überzeugt davon, dass sie vor über 2000 Jahren von Druiden ersonnen worden sei, andere neigten zur Ansicht, sie sei nicht vor dem 2. bis 4. Jahrhundert nach Christus kreiert worden.

Die Realität war jedoch komplett anders und sorgte für Enttäuschung unter den Anhängern: Ein Copyright-Prozess deckte auf, dass das Horoskop der Kelten erst 1971 von einer Journalistin mit Namen Paule Delsol für die französische Frauenzeitschrift Marie Claire kreiert worden war! Davon ausgehend war es über einen Gartenkalender und zahlreiche Bücher schließlich zu seiner enormen Popularität gelangt …